Selbsthilfe als unverzichtbare Unterstützung für Suchtkranke

Veröffentlicht am 2. Dezember 2017 von wwa

RLP/BUDENHEIM – Selbsthilfe als unverzichtbare Unterstützung für Suchtkranke – „Die Suchtselbsthilfe ist ein wichtiger und unverzichtbarer Bestandteil des rheinland-pfälzischen Hilfesystems für Suchtkranke“, bekräftigte Sozialstaatssekretär David Langner anlässlich der elften Landestagung der Selbsthilfegruppen Suchtkranker und der Elternkreise für drogengefährdete und drogenabhängige junge Menschen, zu der das Sozialministerium nach Budenheim eingeladen hatte.

In den rund 300 Suchtselbsthilfegruppen im Land engagieren sich Menschen, die Erfahrungen mit Suchterkrankungen haben und sich gut in die Situation der Suchtkranken und ihrer Angehörigen versetzen können. Doch verläuft die Begleitung von Ratsuchenden nicht immer einfach und problemlos. Im Mittelpunkt der diesjährigen Landestagung standen daher Strategien und Impulse, die zum Gelingen der Gruppenarbeit und zum Fortbestand der Gruppen beitragen können. So diskutierten die rund 130 Teilnehmerinnen und Teilnehmer unter anderem über Ansätze der motivierenden Gesprächsführung sowie über Haltungen und Einstellungen, die den Umgang mit schwierigen Themen in der Gruppenarbeit erleichtern.

Nach dem Länderbericht zum Deutschen Freiwilligensurvey 2014 engagieren sich in Rheinland-Pfalz 48,3 Prozent der Bürgerinnen und Bürger ab 14 Jahren freiwillig. Damit weist das Land zusammen mit Baden-Württemberg die höchsten Engagementquoten der Länder auf. „Die ehrenamtlich Tätigen der Suchtselbsthilfe tragen erheblich dazu bei, dass Rheinland-Pfalz diesen Spitzenplatz einnehmen kann“, so Langner. Für die Aktiven sei das Ehrenamt eine wertvolle Bereicherung. Auch bestehe bei vielen ein besonderes Bedürfnis, die selbst erfahrene Hilfe und Unterstützung an andere weiterzugeben.

Weiterhin wies der Staatssekretär darauf hin, dass suchtkranken Menschen und ihren Angehörigen in Rheinland-Pfalz ein gut ausgebautes und differenziertes Hilfesystem zur Verfügung stehe. Die bestehenden 43 Suchtberatungsstellen mit ihren 16 Außenstellen werden jährlich von rund 16.000 Betroffenen und deren Angehörigen in Anspruch genommen. Für die medizinische Rehabilitation Suchtkranker stehen rund 1.300 Plätze zur Verfügung und es werden jährlich etwa 5.600 Patientinnen und Patienten behandelt. Außerdem halten zehn Soziotherapeutische Einrichtungen für chronisch mehrfach beeinträchtigte Alkoholkranke rund 440 Plätze bereit; zusätzlich gibt es rund 140 Plätze in Wohngruppen für suchtkranke Menschen.