Demonstration gegen Bahnlärm

Veröffentlicht am 14. September 2017 von wwa

NEUWIED. Demonstration gegen Bahnlärm – Zahllose Bahnlärmgegner aus dem Mittelrheintal von Mosel und Lahn und der Region um Andernach und Bad Hönningen waren gekommen um gemeinsam zu demonstrieren. Auch etliche Bürgermeister und Kommunalpolitiker waren gekommen. In Wahlzeiten ist das nicht unüblich. Die Redner beklagten; Das Mittelrheintal ist zunehmend mit Bahnlärm geplagt. Im Fünfminutentakt rattern Lokomotiven mit dutzenden beladenen Waggons rechts und links des Rheins durch Städte und Gemeinden. Lärmgeplagte Bürger haben sich zu Interessengemeinschaften zusammengeschlossen um ihrem Unmut kund zu tun. Die Mitstreiter bei zahlreichen Dienstags Demos am Bahnhof Neuwied ist nur eine von vielen  Bürgergruppen die auf baldige Änderung hoffen.

Bahn und Fluglärm, niemand braucht ihn und doch ist er täglich um uns herum. Dass dies nicht sein muss und so auch nicht weiter hinnehmbar ist, soll der Protest der Bahnlärmgegner von Rhein und Mosel deutlich machen. Die demonstrieren seit Jahren an Bahnhöfen und bilden Initiativen in ganz Europa. Ziel ist es, im Kampf gegen den Bahnlärm jetzt den entscheidenden Durchbruch herbeizuführen und dem Anspruch auf Lärmschutz zum Recht zu verhelfen.
An deutschen Bahnlinien ist es derzeit 30 bis 50 Prozent dB(A) zu laut. Vor allem die in den Nachtstunden verkehrenden Güterzüge verursachen lebensbedrohliche Lärmpegel von über 100 dB(A), die die Anwohner nicht nur aus dem Schlaf reißen, sondern auf Dauer krank machen. Während in den letzten 40 Jahren alle anderen Verkehrsmittel um 10 bis 15 dB(A) leiser wurden, ist die Güterbahn um circa 11 dB(A) lauter geworden. Hierfür sind zum einen verfehlte Lärmschutzmaßnahmen an Bahnlinien verantwortlich. Zum andern verhindern längst überholte Lärmschutzgesetze sowie die Verharmlosung des Bahnlärms. Experten sagen voraus dass der Güterverkehr zwischen Antwerpen und Genua in den nächsten Jahren noch steigen wird. Da man die Straßen entlastet, wird der Transport auf der Schiene forciert. In den nächsten Jahren wird es noch längere Züge mit 1.000 Metern Länge und das im Dreiminutentakt geben.

Eine Modernisierung der Bahn, damit zukünftig der Transport auf der Schiene schneller, sicherer und nach ökologischen Maßstäben erfolgt ist in der Planung. Was bedeutet es aber für die Menschen die an diesen Korridoren leben, die Gastronomie im Rheintal das kulturelle Erbe? Lärm und Feinstaubbelastung werden sie auf Dauer vertreiben. Ihre Häuser werden unverkäuflich, Existenzen bedroht und Krankheiten durch Lärm und gestörten Schlaf werden die Folge sein. Die Bahn gehört dem Bund und wird auch von diesem kontrolliert. Wirtschaftliche Interessen haben hier Vorrang vor Menschlichen Schicksalen und Eingriffen in die Natur der Kulturlandschaften an Rhein und Mosel, wo die Menschen sich eigentlich erholen wollen. Die Personenzüge sind inzwischen leiser geworden aber die Güterzüge vor allem nachts sind einfach zu laut. Hier hat die Politik einfach versagt. Längst hätten Tunnelsysteme oder Strecken durch unbesiedelte Gegenden geplant und gebaut werden müssen. Die Menschen an den Transitstrecken im Rheintal und an der Mosel müssen es ausbaden. (ebam) Fotos: Reckeb