Gasnetzbetreiber besiegeln Fahrplan zur Umstellung von L- auf H-Gas

Veröffentlicht am 9. September 2017 von wwa

TROISDORF – Gasnetzbetreiber besiegeln Fahrplan zur Umstellung von L- auf H-Gas – Anpassung der Kundengeräte in der Region Mittelrhein voraussichtlich ab 2021 – Im Hause der Stadtwerke Troisdorf wurden am Dienstag, 5. September, die Weichen für die notwendige Umstellung von L- auf H-Gas gestellt. Insgesamt sieben Verteilnetzbetreiber unterzeichneten hier den Umstellungsfahrplan mit dem Fernleitungsnetzbetreiber Open Grid Europe, darunter auch die Energienetze Mittelrhein GmbH & Co. KG (enm), die Netzgesellschaft in der Unternehmensgruppe Energieversorgung Mittelrhein AG (evm-Gruppe). „Schon jetzt, etwas mehr als drei Jahre vor dem Start der Marktraumumstellung konnten wir gemeinsam mit anderen Verteilnetzbetreibern und Open Grid Europe einen konkreten Umstellungsfahrplan vereinbaren“, erklärt Dr. Andreas Hoffknecht, Geschäftsführer der enm. „So ist für unsere Kunden eine einwandfreie Versorgung gesichert.“

Kunden von den insgesamt sieben Verteilnetzbetreibern in der Region Mittelrhein werden derzeit noch mit L-Gas versorgt. Das niederkalorische Gas stammt aus deutschen oder niederländischen Förderstätten. Die Produktion von L-Gas geht im Nordwesten Deutschlands wie in den Niederlanden in den nächsten Jahren kontinuierlich zurück. H-Gas dagegen ist wiederum für Deutschland in ausreichenden Mengen verfügbar. Die Umstellung auf das hochkalorische H-Gas gewährleistet daher auch auf lange Sicht eine hohe Versorgungssicherheit. Es ist vorgesehen, die Region Mittelrhein im Rahmen des Umstellungsprozesses ab den Jahren 2021 bis 2023 mit H-Gas zu versorgen. In dem betroffenen Netzbereich soll die Umstellung in mindestens 17 Schritten erfolgen. Die Planung skizziert schon jetzt für jeden einzelnen Schritt tagesscharf die Versorgungssituation vor, während und nach der Umstellung auf H-Gas.

Die Region Mittelrhein ist mit etwa 500.000 Gasgeräten einer der größten Bereiche, die in Deutschland auf H-Gas umgestellt werden müssen. Dies entspricht rund zehn Prozent der in Deutschland anzupassenden Geräte. Daher haben die beteiligten Netzbetreiber, darunter auch die enm, bereits 2015 mit der Erstellung des Umstellungskonzeptes begonnen. Der höhere Brennwert des H-Gases erfordert auch eine Anpassung der Gasverbrauchsgeräte und -anlagen in den rund 380.000 betroffenen Haushalten der Region. Alle betroffenen Kunden werden vorher von ihrem zuständigen Netzbetreiber ausführlich schriftlich informiert. Für die einzelnen Verbraucher entstehen durch die notwendigen Geräteanpassungen keine unmittelbaren Kosten. Die durch die Umstellung entstehenden Kosten werden über eine Marktraumumstellungsumlage, die von den Fernleitungsnetzbetreibern erhoben wird, auf alle Verbraucher in Deutschland umgelegt.

Henrich von Kopp-Colomb, Bereichsleiter Customer Service bei Open Grid Europe, betont: „Regional ist jedes Umstellungsprojekt eine individuelle Herausforderung. Nur der konstruktive Dialog zwischen allen Parteien hat es ermöglicht, einen soliden Maßnahmenplan zu erstellen. Damit ist ein wichtiger Meilenstein für die Umsetzung in der gesamten Region Mittelrhein gelegt“. Eine monatsscharfe Übersicht der Umstellungstermine stellt die Vereinigung der Fernleitungsnetzbetreiber Anfang Oktober unter www.fnb-gas.de zur Verfügung.

Foto: „Marktraumumstellung“: Im Hause der Stadtwerke Troisdorf unterzeichneten sieben Verteilnetzbetreiber, darunter auch die enm, den Umstellungsfahrplan mit Open Grid Europe. Quelle: Stadtwerke Troisdorf/Tanja Trojan

„Unterzeichnung“: Dr. Andreas Hoffknecht, Geschäftsführer der enm, unterzeichnet den Umstellungsfahrplan mit Open Grid Europe.
Quelle: Stadtwerke Troisdorf/Tanja Trojan