Das Land schließt das Flüchtlingslager Stegskopf „vorerst“

Veröffentlicht am 28. März 2016 von wwa

STEGSKOPF-FRIEDEWALD – Leserbrief zum Thema: Das Land schließt das Flüchtlingslager Stegskopf  „vorerst“ – Friedewald, Elisabeth und Hans-Peter Richter. Auf dem Stegskopf wurde mit so viel Engagement und Eifer eine Einrichtung für Asylsuchende aus dem Boden gestampft, die ihresgleichen sucht. Mein Mann und ich ließen uns vom Eifer der Mitarbeiter des DRK anstecken, so wie viele andere Ehrenamtliche auch. Es wurde vieles am Anfang improvisiert, aber was nicht passte wurde passend gemacht. Wir haben viel Dankbarkeit und Freundlichkeit von den Menschen in Not erfahren, die unsere Arbeit noch beflügelte. Nun ist plötzlich Schluss, wo es kaum angefangen hat.

Die Krönung des Ganzen ist jedoch, dass die Leiterin des DRK, die eine Sozialstation, eine Krankenstation, einen liebevoll hergerichteten Kindergarten und die Kleiderkammer betreute, mit dem lapidaren Satz konfrontiert wurde, „Das DRK kann jetzt abziehen“. Mit diesem Satz verlieren rund 40 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz.

Die Mainzer Staatskanzlei teilt anschließend mit, den Stegskopf in Reserve zu halten. Wir fragen uns, ob diese Damen und Herren wirklich erwarten, dass Helfer sich noch mal so aktivieren lassen, wenn die Einrichtung wieder zum Leben erweckt werden soll.

Die Politiker Europas haben ja ein profanes Mittel gefunden, den Flüchtlingsstrom einzudämmen. Man lässt die Menschen wieder im Mittelmeer ertrinken und vor den Stacheldrahtzäunen Europas im Matsch verrecken. Dagegen anzugehen, mit aller Kraft, vermissen wir von allen, die politische Verantwortung tragen im Kreis, Land, Bund und der EU.

Wir schämen uns für alle, denen das Wort Menschlichkeit und Toleranz fremd ist.

Elisabeth und Hans-Peter Richter